Altersgerechtes Wohnen

Pflegeheime – Seniorenwohngemeinschaften
Seniorenwohnanlagen & Residenzen

Von Pflegeheim bis Seniorenresidenz – der optimale Seniorenplatz

Wer nach seniorengerechten Wohnformen sucht, tut dies entweder aufgrund seines Alters oder weil Pflegebedürftigkeit besteht.

Wenn es um die Frage geht “Welche Einrichtung passt am besten zu mir?”, dann spielen diese drei Faktoren eine Rolle. Die „Wege zur Pflege“ werden von den individuellen Bedürfnissen bestimmt.

  • Kriterium 1: Alter: Das kann wirklich sehr verschieden sein.
  • Kriterium 2: Pflegebedürftigkeit, s. Einstufung durch die Kassen
  • Kriterium 3: Finanzielle Möglichkeiten: höchst individuell.
Junge Pflege“: Wer jünger als 60 Jahre und pflegebedürftig ist, benötigt ein Pflegeheim, das „Junge Pflege“ anbietet und auch jüngere Bewohner aufnimmt.
Krankheitsbild“: Altenheime sind oft auf Krankheitsbilder spezialisiert. Sie verfügen über besonders geschultes Personal, z. B. für künstliche Beatmung.
Hilfe zur Pflege“: Über 50% der Bewohner in deutschen Pflegeheimen erhalten aktuell „Hilfe zur Pflege“, die ein Element der Sozialhilfe ist.

Das Krankheitsbild und der Pflegebedarf des Bewohners sind von entscheidender Bedeutung. Handelt es sich um eine an Demenz erkrankte Person, dann benötigt man ein Pflegeheim für Demenzkranke – vielleicht sogar ein Altenheim für Menschen mit „Hinlauf-Tendenz“, für die spezielle und geschützte Bereiche innerhalb einer Einrichtung vorgesehen sind. Ist der Bewohner weniger pflegebedürftig, reicht mitunter ambulant betreutes Wohnen.

Es gibt 4 Wohnformen für das Wohnen im Alter

Pflege in Altenheim, Altersheim oder Pflegeheim

Diese Wohnform für das Wohnen im Alter ist für Menschen geeignet, die Pflegebedarf haben und mindestens Pflegegrad 2 (Infos zu Pflegegraden). Diese Einrichtungen sind hinsichtlich Ausstattung und Personal so konzipiert, dass sie auf verschiedene Krankheitsbilder der Bewohner eingehen können. Bei einem Altenheim stehen Pflege, Sicherheit und Fürsorge der Bewohner im Vordergrund, die in einem behindertengerechten Umfeld leben.

Für unter 60-jährige mit Pflegebedarf (“Junge Pflege”) gibt es in Deutschland nur wenige Unterbringungsmöglichkeiten. Für diese Altersgruppe ist es schwer, eine geeignete Einrichtung zu finden, denn in vielen Alten- und Pflegeheimen ist ein Mindestalter von 60 Jahren vorgeschrieben.

  • Alter: Geeignet: ab 60 Jahren (Wenn unter 60 Jahren, dann „Junge Pflege“)
  • Pflegebedürftigkeit: ja – mindestens Pflegegrad 2
  • Kosten: Kosten für die Pflege zahlt die Pflegekasse; Eigenanteil der Bewohner im Durchschnitt zwischen 1550 Euro und 1950 Euro (je nach Einrichtung)
  • Pflegeformen: Vollstationäre Pflege, Kurzzeitpflege / Verhinderungspflege, Betreutes Wohnen
  • Verfügbarkeit: die Auslastung liegt zumeist über 90%; Plätze in der vollstationären Pflege werden kurzfristig frei und werden kurzfristig wieder belegt; bei der Kurzzeitpflege ist langfristige Planung und ggf. Terminierung möglich – häufig mit Zahlung einer Reservierungsgebühr

Experten Tipp: Wenn Sie ein Seniorenheim kontaktieren, weil sie einen Platz benötigen, dann sollten Sie eine qualifizierte Anfrage stellen, das bedeutet:

  • alle wichtigen Informationen über das Krankheitsbild sind enthalten
  • und/oder der „Überleitungsbogen“ liegt vor, in dem ein Arzt detailliert Auskunft über das Krankheitsbild des Bewohners gibt.

Betreutes Wohnen und Service-Wohnen in Seniorenwohnanlagen

Interessant ist das Service-Wohnen für “Junggebliebene Alte” ab ca. 65 Jahren. In den letzten Jahren entstanden – vor allem in den Großstädten – viele Einrichtungen, die dem Bewohner verschiedene behinderten- und altersgerechte Wohnmöglichkeiten bieten. Je nach finanziellen Möglichkeiten kann man zwischen verschiedenen Wohnungsgrößen wählen. Es handelt sich dabei immer um abgeschlossene Wohneinheiten mit eigenem Bad und Küche. Geeignet ist diese Wohnform für ältere und/oder behinderte Menschen, die ihr Leben noch weitestgehend selbstständig gestalten können und wollen. In diesen Einrichtungen gibt es keine stationäre Pflege, aber häufig ist ein ambulanter Pflegedienst vor Ort, den man bedarfsweise nutzen kann.

Die Preisspanne bei Seniorenwohnanlage ist sehr groß. Es gibt luxuriöse Wohnungen ab 3000 Euro Miete, aber es gibt auch sozialen Wohnungsbau, wo man mit einem Wohnberechtigungsschein günstig mieten kann. Alternativ besteht die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen, um einen staatlichen Mietzuschuss zu erhalten.

Häufig gibt es Pflegeheime, die ebenfalls Betreutes Wohnen anbieten, was insbesondere bei Paaren sehr nützlich ist, wenn nur ein Bewohner sehr pflegebedürftig ist.

  • Geeignet: ab 65 Jahren (oder jünger)
  • Pflegebedürftigkeit: keine oder geringe Pflegebedürftigkeit
  • Kosten: Miete sind Selbstkosten, Pflegekasse übernimmt Kosten für ambulanten Pflegedienst, wenn Pflegegrad vorhanden
  • Pflegeformen: ambulante Pflege (meistens abgedeckt durch ambulanten Pflegedienst)
  • Verfügbarkeit: insbesondere bei den günstigen Mietangeboten gibt es lange Wartezeiten und mit Wohnberechtigungsschein ein geringes Angebot.

Experten Tipp: Wenn Sie sich für ein Seniorenwohnanlagen interessieren, dann sollten Sie frühzeitig mit der Suche beginnen und sich vormerken lassen. Wartezeiten von über einem Jahr sind keine Seltenheit.

Betreutes Wohnen & Service Wohnen in Seniorenresidenzen und Villen

Die Zielgruppe von Seniorenresidenzen sind vor allem ältere Menschen, die mindestens 3500 Euro für die Miete monatlich zur Verfügung haben, um sich einen gehobenen Lebensstil leisten zu können. Seniorenresidenzen sind hotelähnliche Einrichtungen mit abgeschlossenen Wohneinheiten bzw. Appartements. Sie verfügen in aller Regel über ein umfangreiches Wohnangebot und bieten ihren Bewohnern diverse Freizeitangebote.

Betreutes Wohnen eignet sich nicht nur für rüstige Rentner, sondern auch für Bewohner mit geringem Pflegebedarf, jedoch nicht für Menschen, die an Demenz erkrankt sind oder einen hohen Pflegegrad haben. Ebenso wenig geeignet ist Betreutes Wohnen für psychisch Kranke, die eine 24-Stunden Betreuung benötigen.

Voraussetzung für Betreutes Wohnen in einer Seniorenresidenz ist, dass man nur geringen Pflegebedarf hat und über entsprechendes Kapital verfügt, denn es gibt keine staatliche Unterstützung, wie zum Beispiel Wohngeld oder Hilfe zur Pflege.

Vereinzelt bieten diese Einrichtungen (z.B. die Kaiser Otto Residenz in Essen) auch Kurzzeitpflege an. Einige Seniorenresidenzen wie die Hamburger Kursana Seniorenresidenz verfügen sogar über ein Schwimmbad.

  • Geeignet: ab 50 Jahren
  • Pflegebedürftigkeit: keine oder geringe Pflegebedürftigkeit
  • Kosten: Miete sind Selbstkosten (ab ca. 3.500 Euro), Pflegekasse übernimmt Pflegekosten, wenn Pflegegrad vorhanden
  • Pflegeformen: ambulante oder stationäre Pflege (je nach Einrichtung); Kurzzeitpflege (vereinzelt)
  • Verfügbarkeit: oftmals lange Wartezeiten, da es in Deutschland nur ca. 200 Seniorenresidenzen gibt

Experten Tipp: Man sollte frühzeitig mit der Suche beginnen und sich ggf. auf eine Warteliste setzen lassen. Außerdem ist es ratsam, schon frühzeitig für eine mögliche spätere Pflegebedürftigkeit vorzusorgen. Dazu können private Pflege-Zusatzversicherungen abgeschlossen werden. Alternativ dazu bieten z.B. die Augustinum-Häuser eine hauseigene Pflegekosten-Ergänzungsregelung (PER). Es handelt sich dabei um einen Solidarfonds, der ähnlich wie eine Vollkaskoversicherung eine Selbstbeteiligung vorsieht.

Sonderform: Pflegewohnen und Intensivpflege in Seniorenwohngemeinschaften

Seniorenwohngemeinschaften sind eine Alternative zum traditionellen stationären Pflegeheim. Um eine Senioren-WG handelt es sich, wenn mehrere Menschen zusammen in einer Wohnung oder einem Haus leben, wo jeder seinen privaten Bereich zur Verfügung hat. Oft sind es seniorengerechte und teilmöblierte 1,5 bis 3-Zimmer-Appartements. Die Gemeinschaftsräume wie Küche, Wohnzimmer, Bad, Garten werden gemeinsam mit den anderen Bewohnern genutzt – dadurch soll eine Hausgemeinschaft entstehen. Für Menschen mit Pflegebedarf, die keine 24-Stunden Betreuung benötigen, gibt es einen ambulanten Pflegedienst.

Eine besondere Einrichtungsart sind die Intensivpflege-Wohngemeinschaften, die auch Bewohner im Wachkoma oder mit Trachealkanüle aufnehmen.

  • Geeignet: ab 55 Jahren
  • Pflegebedürftigkeit: keine oder geringe Pflegebedürftigkeit (Ausnahme: Intensivpflege-WGs)
  • Kosten: Miete sind Selbstkosten (15-20% über örtlichen Mietspiegel), Pflegekasse übernimmt Pflegekosten (hier: „Pflegesachleistungen“), wenn Pflegegrad vorhanden
  • Pflegeformen: Betreutes Wohnen/Service Wohnen, vollstationäre Pflege
  • Verfügbarkeit: oftmals lange Wartezeiten; bei Intensivpflege-WGs auch kurzfristig

Experten Tipp: Insbesondere für Paare bietet sich das Pflegewohnen an, wenn zum Beispiel nur ein Partner pflegebedürftig ist. Pflegewohnen ist kein einfaches Betreutes Wohnen für Menschen mit geringem oder ohne Pflegebedarf, sondern Pflegewohnen ist speziell auf Pflege ausgerichtet.

Nützliche Adressen zum Thema “Wohnen im Alter”

Der BIVA-Pflegeschutzbund vertritt seit 1974 die Interessen von Menschen, die Hilfe oder Pflege benötigen

BIVA

Das „Informationsportal Pflege“ ist eine unabhängige Dokumentationsstelle. Es gibt Verbrauchern und Journalisten Auskunft und Orientierung zu Anbietern von Pflegeleistungen in Deutschland.

www.pflegegüte.de

Der Pflegeleistungs-Helfer zeigt Ihnen, welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen können, wie Sie Pflegeleistungen beantragen und wo Sie sich gezielt weiter informieren können.

Pflegeleistungs-Helfer | Ratgeber für finanzielle Leistungen (bundesgesundheitsministerium.de)